Faszination Surfen: Vom Reisen und Filme machen. Ein Interview.

faszination surfen
„Wir wollen einen Blick in das Leben der Menschen werfen, die Surfen zu einem Bestandteil ihres Lebens gemacht haben, ganz egal wie alt sie sind, wie gut sie surfen können, oder woher sie kommen. Der Ozean, die Wellen und das Surfen verbindet diese Menschen.“
Man muss kein Surfer sein um Surfing trotzdem einfach geil zu finden.

So jemand bin ich. Stundenlang bin ich schon am Strand von Costa Rica, Sydney, Bali und Frankreich gesessen und habe Surfern beim Wellenreiten zugesehen. Ich liebe Surffilme. Ich trage Surfboardshorts. Und Surferchicks sind sowieso badass und nehm ich bei Gelegenheit sofort mit nach hause.

Wenn du selbst surfst, oder auch einfach nur gern zusiehst und dir dabei die Spucke wegbleibt manchmal, dann ist dieses Interview dein Ding. Und The Young, The Old & The Sea sowieso.

Faszination Surfen

 

6 Wochen, 6 Regionen, 1 Küste.

Andreas Jaritz von Nomad Earth, einem Blog über nachhaltiges Reisen, und seine Crew arbeiten derzeit an dem wohl coolsten Filmprojekt.

Mit der Doku „The Old, the Young & the Sea“ will das Team Europas kulturelle und geographische Vielfalt feiern, auf die Fragilität ihrer Küsten hinweisen und die Menschen portraitieren, die an Europas Küsten leben, sie bereisen und surfen sowie diese auch schützen.

Die Doku stellt die Menschen vor Ort vor, die ‚Locals‘, und auch einfach nur Leute denen sie auf der Reise entlang der Küste begegnen. Der Film handelt von ihren Stories, ihr Leben. Wie zum Beispiel die Globetrotterin Léa oder dem Doktor Tony.

Hier der erste Teaser, bevor dann Mitte 2013 das ganze Prachtstück fertig ist:

 

1.    Mal vorweg, was ist das Geile am Surfen?

Poa, ich glaube, dass sieht jeder individuell. Aber für mich ist es die Kombination aus Roadtrips/Reisen, das Abenteuer und die Nähe zur Natur. Noch näher als beim Surfen kommst du an die Natur wahrscheinlich gar nicht ran.

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2.    Was ist das Ziel eures Films bzw. was wollt ihr damit erreichen?

Wir wollen ein Portrait von Europas Küste und den Menschen machen, die wir 2012 auf unserer Drehreise getroffen haben.

Es ist einerseits eine Momentaufnahme der Küste, andererseits versuchen wir die Surf Kultur Europas zu erfassen, ihre Wurzeln zu ergründen und diese Kultur als gelebten Lebensstil darstellen, der alle Lebensbereiche der Menschen durchdringt.

3.    Wie stellt man so ein Filmprojekt auf die Beine? (Team, Finanzen…)

Das Team hat sich über mehrere Jahre der „Vorbereitung“ gefunden. Die Idee, eine Doku über das Surfen in Europa zu machen, entstand in unseren Köpfen bereits so ca. um 2007 herum. Damals hatten wir aber weder das Know-How noch eine konkrete Vorstellung, wie man an so ein Monsterprojekt herangehen soll.

Von der finanziellen Seite betrachtet ist so ein Projekt wahrscheinlich immer eine Kamikaze-Aktion. Wir haben großen Wert darauf gelegt, dramaturgisch also inhaltlich unabhängig zu bleiben. Dadurch hat man nur beschränkt die Möglichkeit, Sponsoren im großen Stile in das Projekt einzubinden. Brands wollen zumeist ein sehr starkes Mitspracherecht in der Umsetzung. Somit finanzieren wir große Teile des Films aus eigener Tasche. Wir sind aber auch dran, uns für Förderungen aus öffentlicher Hand zu bewerben.

4.    Wie seid ihr unterwegs beim Filmen? Wie sieht ein Tag bei euch als Filmteam auf Reisen aus?

Wir sind mit zwei VW Campervans gereist. Einer gehört uns, der andere wurde uns von Nils von www.surf-cars.com zur Verfügung gestellt, der eine kleine Vermietung von VW Klassikern in Nordspanien hat. Wir leben, schlafen und arbeiten somit im Bully.

Wie ein Tag bei uns aussieht? Immer anders. Man wacht zumeist an einem Ort auf, an dem man am Vortag noch nicht war. Früh aufstehen ist teilweise absolutes Muss, um gute Morgen-Shots und vor allem auch gute Surf-Shots zu bekommen. Nicht ganz einfach für einige der Crewmitglieder ;).

Wenn wir unterwegs sind, produzieren wir Texte und Fotos zumeist im Bully und stellen Content am gleichen Tag auf www.oldyoungsea.com bzw. auf www.oldyoungsea.tumblr.com online.

Video- und Audiomaterial wird zumeist im Tagesrhythmus auf externen Festplatten gesichert. Das kann manchmal schon 2 Stunden am Tag oder besser gesagt in der Nacht in Anspruch nehmen.

Der Vorteil, den wir mit den VW Bullys hatten ist der, dass du zumeist gleich direkt am Drehort übernachten kannst.

5.    Du sagst „Wir wollen Surfen so feiern, wie man es in Europa lebt.“ – Was meinst du damit? Und was ist eigentlich die “Surfkultur”?

Der Ausspruch ist eigentlich von Mario, meinem Freund und Co-Produzenten der Surf Doku. Aber was er damit meint ist zum einen, dass Surfen mehr als nur ein Sport ist und das es in Europa gerade in den letzten Jahren zu einem regelrechten Lebensstil US-amerikanischer Prägung geworden ist (man denke dabei an California) wobei zusehends eine europäische Eigenständigkeit und ein Selbstverständnis des Surfens zu beobachten ist.

Surfkultur meint im engeren Sinn, dass der Surfsport, seine Ästhetik, die Mythen, Geheimnisse und Inspiration, jede Menge kulturelle Aspekte in sich trägt: das abendliche Gespräch von Surfern nach einer tollen Surfsession, die vom Surfen beeinflusste Musik, Film und Photography, die bildenden Künste. Surfen durchdringt eben alle Lebensbereiche und liefert unzählige kreative Inputs für kulturell wertvolle Schaffensprozesse.

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6.    Was unterscheidet euren Surffilm von so viel anderen?

Ich glaube einerseits unsere Herangehensweise und andererseits unser Fokus.

Wir haben das Projekt von Anfang an sehr transparent gehalten, schon in einem frühen Stadion eine Community aufgebaut und diese sogar in Entscheidungsprozesse miteinbezogen. So haben wir in etwa den Titel des Films über einen Crowdsourcing Wettbewerb ermittelt. Das hat uns viele Sympathien und Kontakte auch in den Ländern gebracht in denen wir filmen (FRA, ES, POR).

Unser Fokus war es immer, eine Surf-Doku und keinen Surfsportfilm zu gestalten. Wir wollen einen Blick in das Leben der Menschen werfen, die Surfen zu einem Bestandteil ihres Lebens gemacht haben, ganz egal wie alt sie sind, wie gut sie surfen können, oder woher sie kommen. Der Ozean, die Wellen und das Surfen verbindet diese Menschen.

7.    Was sind deine Lieblings-Surfspots in Europa und weltweit?

Hui…das ist immer ein bisschen schwierig. Aber ich glaube Rodiles in Asturien habe ich nach dieser Reise in meine Top 5 in Europa aufgenommen.

Ganz Galizien im Nordwesten Spaniens und die Algarve im Süden Portugals sind meine Lieblingsgegenden und super für mein Surflevel. Figueira da Foz ist neu auf meiner Landkarte. Tja und da wären dann auch noch die Kanaren..

Weltweit würde ich wohl sagen, Chile.

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8.    Was lief bisher bei eurem Filmprojekt richtig super und was richtig daneben?

Interessante Stories und Interviewpartner zu finden hat echt gut geklappt. Teilweise haben wir da richtig Schwein gehabt, oder auch nicht.

Wir sind ein sehr bunter Haufen im Drehteam: Zu den unterschiedlichsten Zeiten hat immer jemand eine zündende Idee gehabt, ist losgerannt um Leute anzuquatschen oder hat sonst irgendwie einen Kontakt für uns aufgerissen. Solange man offen und aufnahmefähig ist, läuft man immer wieder geradewegs in Storys hinein.

So richtig daneben gegangen…da fällt mir nicht wirklich was ein. Pleiten, Pech und Pannen gibt es immer wieder, aber das meiste ist stets gut ausgegangen. Ein oder zwei Interviews waren richtige Desaster…

9.    Welchen Teil spielt das Reisen an sich auf Surftrips für dich?

Eine sehr sehr wichtigen. Reisen ist für mich integraler Bestandteil beim Surfen obwohl ich in den letzten Jahren auch immer öfter versuche, möglichst lange auf einem Surftrip an einem Plätzchen zu bleiben, um dort alles auszukosten.

10.    Hast du Tipps für Leute die auch gern auf Reisen einen Film oder eine Dokumentation machen wollen?

Es ist ja erst meine erste Produktion, dass heißt langjährige Erfahrung ist bei mir (noch) nicht ;) Aber: Unbedingt eine passionierte Crew finden, die mit einem durch Dick und Dünn geht. Ansonsten hast du verloren.

Egal was man macht, mit welchem Equipment man unterwegs ist oder wie eindrucksvoll die Bilder werden, am Ende zählt die Story. Damit steht und fällt ein Dokumentarfilm Projekt.

11.    Und schließlich, hast du Tipps für angehende Surfer? Wie und wo fange ich am besten an?

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Im Prinzip ist es egal, wo man anfängt. Man surft sowieso ganz am Ufer, in den Mini-Wellen.

Ich hab so richtig in Galizien angefangen. Dort führen der Peter und die Andrea von Camino Surf ein Surfcamp. Das Pärchen ist supernett, sie bemühen sich extrem und machen richtig gutes Coaching für die Leute. Das ist keine Werbung sondern eine Empfehlung aus eigener Erfahrung heraus. Ich hab so einige Surfcamps erlebt, bei denen die Coolness der Surflehrer im Vordergrund stand. Das bringt halt leider dem Anfänger recht wenig…

Lieben Dank dir, Andreas!

Website: The Old, The Young & The Sea

The Old, The Young & The Sea auf Facebook

 

Wer von euch surft auf Reisen? Was sind eure Lieblingssurfspots? Schonmal an Europas Küsten gesurft?

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Connie

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Ich bin Conni. Spiritueller Freiheits-Junkie. Surf-Yogi. Vegan.

Als Digitale Zen Nomadin mit Online Business lebe und arbeite ich seit 2012 auf der ganzen Welt. Ich zeige dir, wie du deine eigene Ortsunabhängigkeit erreichst – und das mit einem ganzheitlichen Lifestyle, der dich jeden Tag glücklich macht.

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Eure 2 Gedanken

  • Skraal 29.11.2012 um 18:26 Uhr

    Klingt nach einem interessanten Film.
    Bisher konnte ich mit Surfen nicht so viel anfangen, wobei die von Dir erwähnte Faszination beim Zuschauen schon da ist.
    Vielleicht probier ich’s bei Gelegenheit doch mal.