Mit Kaffee auf Reisen – Koffein grenzenlos

Reisen! Raus in die Welt! Das riecht nach Abenteuer – und Abenteuer riecht für uns auch immer ein bisschen nach Kaffee. Denn wenn wir all die neuen bevorstehenden Erlebnisse mit voller Kraft angehen möchten, darf unser morgendlicher Wachmacher keinesfalls fehlen. Der Duft, der Geschmack und der Koffein-Kick wecken nämlich nicht nur uns, sondern auch unseren Adventure-Spirit.

Unterwegs ist das aber gar nicht so einfach mit dem Kaffee. Der Platz in Deinem Trekkingrucksack ist begrenzt und die nächste Steckdose in weiter Ferne.

Doch mit ein paar Tipps und Tricks aus jahrelanger Erfahrung reisender Kaffeeliebhaber schaffst Du es, auch in den entlegensten Gebieten abseits der „Third-Wave-of-Coffee”-Bewegung einen gelungenen Kaffee zu zaubern. Die Devise? DIY!

Auf Reisen erfreuen sich Klassiker wie die Zubereitung per Handfilter großer Beliebtheit. Mit einem faltbaren Filterhalter kannst Du diese Methode ganz einfach unterwegs nutzen – und auch noch so richtig genießen, wenn Du zusätzlich eine kompakte Kaffeemühle für „on the road“ eingepackt hast.

Wenn es um gelungenen Kaffee geht, hat sich in der Travel-Szene außerdem die AeroPress einen Namen gemacht. Kein Wunder, ist sie doch absolut reisetauglich und bietet viele Möglichkeiten bei der Zubereitung. Mehr zum Jakobsweg-Begleiter findest Du weiter unten – samt einer köstlichen „Pimp-my-AeroPress“-Idee. Und die richtige Isolierkanne passt auch noch ins Außenfach Deines Backpacks.

Der Kaffee auf Reisen Spickzettel

Das Erfolgsrezept für guten Kaffee lässt sich unabhängig von der Zubereitungsart auf folgende wesentliche Punkte reduzieren:

Du musst

  • gute Kaffeebohnen
  • in der richtigen Menge
  • frisch mahlen und mit
  • gutem Wasser
  • in der richtigen Temperatur aufbrühen

Kaffee-Braumethoden: Das musst Du wissen

Letztlich führen viele Wege zu Deinem Kaffee. Die Frage ist nur, wie kompliziert oder lecker Du ihn Dir gestalten möchtest. Am Ende kommt es darauf an, was wonach Du suchst und was am besten zu Dir passt. Banausen können auch auf Instant-Pulver zurückgreifen – und dann direkt aufhören zu lesen.

Du fühlst Dich nicht angesprochen und weißt einen anständig gebrauten Kaffee zu schätzen? Dann sind die folgenden Zubereitungsmethoden etwas für Genießer wie Dich. Werfen wir einen Blick in den Coffee-auf-Achse-Guide. Los geht’s!

Kaffee aus dem Handfilter – Oma’s Klassiker

Oma war aber auch nicht unbedingt mit dem Rucksack unterwegs. Porzellan ist bekanntermaßen schon zu Hause mit Vorsicht zu handeln. Auf Reisen wäre das Malheur wahrscheinlich vorprogrammiert. Autsch.

Den guten alten Filterhalter gibt es glücklicherweise in unterschiedlichen Ausführungen und aus verschiedenen Materialien. Doch hochwertigen Kaffee frisch mahlen und mit bestem Trinkwasser dann in einem Plastikhalter aufbrühen? Weichmacher hin, Unbedenklichkeit her. So richtig will uns das nicht gefallen.

Ein Filterhalter aus Kupfer macht da schon eher was her und spart ebenfalls Gewicht. Auch Edelstahl ist eine Alternative zu Kunststoff. Auf Reisen und für unterwegs am besten geeignet ist unserer Meinung nach jedoch ein faltbarer Filterhalter. Dieser spart zusätzlich Platz und ist in verschiedenen Metalllegierungen erhältlich.

Was benötigst Du?

  • Filterhalterbestenfalls faltbar, bspw. Messinglegierung
  • FilterPapier oder wiederverwendbare Alternative (alte Schule: Socken)
  • Kaffeefrisch gemahlen, mittlerer Mahlgrad
  • Wassergutes Trinkwasser, evtl. Flaschenwasser
  • Kochstelle94° bis 96°C Wassertemperatur (nicht kochend)
  • BehältnisTasse, (Isolier-)Kanne

Handfilter: Step-by-Step-Anleitung

Wenn Du bei der Zubereitung Deines Kaffees mit dem Handfilter folgende Schritte befolgst, solltest Du zu einem hervorragenden Filterkaffee kommen:

  • Lege einen Filter in Deinen Filterhalter ein und spüle ihn mit klarem, möglichst lauwarmem Wasser kurz durch. Dadurch säuberst Du den Filter zum einen von Kleinstpartikeln. Zum anderen schmiegt sich der Filter schön an den Filterhalter an.
  • Setze nun das Wasser, bestenfalls schon in der benötigten Menge, auf. In der Zwischenzeit kannst Du, bis das Wasser kocht, Deine Bohnen frisch mahlen.
  • Als Nächstes füllst Du das Kaffeemehl in den Filter. Wie bereits erwähnt variiert die optimale Menge je nach Röstung und Geschmack. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo zwischen 8 und 12 Gramm für eine Tasse von 120 Millilitern. Wenn Du größere Mengen aufkochen möchtest, solltest Du das Verhältnis ein wenig reduzieren. Taste Dich ran.
  • Achte darauf, dass das Wasser nicht mehr kocht. Perfekt sind 94 bis 96 Grad Celsius. Benetze zunächst das Kaffeepulver damit und warte dann einen Moment. Wenn sich das Pulver vollgesogen hat, ist es bereit für die eigentliche Extraktion.
  • Anschließend kannst Du das restliche Wasser in kreisenden Bewegungen einschenken. Damit stellst Du sicher, dass das gesamte Kaffeepulver durchfeuchtet und extrahiert wird.
  • Beobachte, wie der Kaffee in Deine Tasse oder Kanne läuft. Die Geschwindigkeit lässt Rückschlüsse auf den gewählten Mahlgrad zu

Hinweis: Läuft das Wasser zu schnell durch, war Dein Mahlgrad zu grob. Tröpfelt der Kaffee hingegen nur mühsam aus dem Filter, war er zu fein. Justiere Deine Mühle für das nächste Mal nach.

Wir können Dir nur wärmstens empfehlen eine Isolierkanne in Deinen Rucksack zu packen. Warum? Es ist eher fraglich, ob Du in jeder Unterkunft auf ein geeignetes Gefäß stößt, dass dann auch noch Deinen Hygieneansprüchen genügt. Einfach so mitnehmen könntest Du diese Gefäße auch nicht, wenn Du weiterziehst. Einen schönen, heißen Kaffee im Gepäck zu wissen macht nicht nur einen anstrengenden Reisetag erträglicher.

Bei dieser Zubereitungsart hast Du folgende Vorteile:

  • einfach zu transportieren (leicht und platzsparend)
  • einfache Reinigung (durchspülen und fertig)
  • einfache Zubereitung(definitiv laientauglich)
  • klarer und fruchtiger Kaffee (puristischer Genuss)
  • günstig (geringe Anschaffungskosten)

Ein kleiner Wermutstropfen:

  • Du brauchst Filter

Papierfilter sind besonders unkompliziert und nicht unbedingt eine ökologische Katastrophe. Wahrscheinlich werden sie Dich auch nicht finanziell ruinieren. Aber es gibt auch eine wiederverwendbare Variante, dann musst Du auch nicht ständig welche nachkaufen:

Handfilter sind auch aus Baumwolle erhältlich. Diese verhalten sich aber hinsichtlich Mahlgrad und Geschmack etwas anders als Papierfilter. Außerdem musst Du einen Baumwollfilter jedes Mal ordentlich reinigen und an Reisetagen feucht transportieren. Am Ende ist es eine Typfrage. Probier die Baumwoll-Variante doch der Umwelt zu Liebe mal aus. Am Ende ist es eine Typfrage. Probier die Baumwoll-Variante doch der Umwelt zu Liebe mal aus.

AeroPress – Der Jakobsweg-Begleiter

Mit einer AeroPress kannst Du erstaunlich guten Kaffee zaubern. Sie ist überraschend vielseitig, was die Zubereitungsarten angeht. Einzig beim Material bleibt Dir keine Wahl. Kunststoff macht sie ebenso robust wie leicht und damit überaus reisetauglich.

Die AeroPress besteht im Grunde aus einem Brühzylinder, einem Presskolben und dem Filterhalter. Auch wenn das Design etwas von einer Abflussfrei-Vakuumpumpe hat, wird Dich das Ergebnis sicher über Optik und Haptik hinwegtrösten.

Um den Rahmen nicht zu sprengen und ins Schwelgen über die zahllosen Variationsmöglichkeiten zu verfallen, möchten wir Dir mit der sogenannten „Inverted Technique“ eine Grundvariante erklären. Sie ist nur eine von vielen Möglichkeiten und vielleicht bekommst Du danach Lust selbst weiter zu experimentieren.

  • Stecke den Presskolben gerade so weit in den Brühzylinder, dass die Dichtung greift
  • Stelle das Ganze nun senkrecht hin. Die Zahlen müssen dabei auf dem Kopf stehen
  • Fülle das Kaffeemehl ein. Der Mahlgrad sollte zwischen Espresso und Handfilter liegen. Die optimale Menge beträgt 15 bis 22 Gramm
  • Packe den Filter in den Halter und spüle ihn – wie beim Handfilter
  • Jetzt kannst Du den Brühkolben samt Pulver mit Wasser füllen. Achte auf die Temperatur und experimentiere ruhig. Zwischen 70 und 95 Grad Celsius ist alles erlaubt.
  • Du kannst jetzt ein wenig umrühren, damit ein homogenes Gemisch entsteht
  • Gib dem Kaffee nun etwa 30 Sekunden Zeit, um sein Aroma freizugeben
  • Dann kommt der Filter drauf – schön festdrehen
  • Stülpe jetzt Deine Tasse über den Filter und drehe alles zusammen um. Die AeroPress steht nun auf Deiner Tasse, bereit für die Filtration
  • Drücke dann den Presskolben in den Brühzylinder. Dabei musst Du Dich etwas anstrengen: je feiner das Kaffeemehl, desto mehr. Stoppe aber kurz vor dem verdichteten Kaffeesatz. Du willst das Mahlgut nicht auspressen
  • Schraube zum Reinigen den Filter ab und stoße den Kaffeepuck aus dem Zylinder. Jetzt kannst Du Deine AeroPress noch kurz abspülen – fertig

Die Vorteile:

  • einfach zu transportieren (leicht durch Kunststoff)
  • Unzerstörbar (robust durch Kunststoff)
  • toller Kaffee (viele Möglichkeiten)
  • einfache Reinigung (ausstoßen, spülen, fertig)

Die Nachteile muss man suchen:

  • Kunststoff (Fluch und Segen)
  • kleine Mengen (ein bis zwei Tassen)
  • Filter (Du brauchst Filter, aber…)

Tipp: Du kannst Deiner AeroPress auch einen wiederverwendbaren Filtereinsatz aus Edelstahl gönnen. Damit schonst Du nicht nur die Umwelt, sondern langfristig auch Deinen Geldbeutel. Der Adapter Prismo von Fellow beschert Dir außerdem eine feine Crema.

Cowboy Kaffee – Die Rettung in der Not

Er lässt jedes Minimalisten-Herz höher schlagen. Stilecht wäre bei dem Namen zwar ein Lagerfeuer, aber ersatzweise tut es auch hier jede gängige Kochstelle. Bringe in einem geeigneten Behältnis Wasser zum Kochen und lasse es anschließend wieder auf 94 bis 96 Grad Celsius abkühlen. Dann gibst Du den Kaffee dazu – echte Cowboys messen in der Hand ab. Rühre kurz etwas um und warte dann, bis das Kaffeepulver sich abgesetzt hat.

Nun ist Deine ruhige Hand und etwas Geschick gefragt. Achte beim Einschenken darauf, dass möglichst kein Pulver mit in die Tasse wandert. In den meisten Fällen funktioniert das aber erstaunlich gut. Im Zweifelsfall kannst Du den Kaffee aber auch durch Deine Baby-Alpaka-Socken filtern – vor der Andenüberquerung versteht sich.

Der einzige wirkliche Fehler hier wäre, das Kaffeemehl gemeinsam mit dem Wasser aufzukochen. Damit überextrahiert der Kaffee und Du bekommst eine bittere Plörre statt anständigen Cowboy Kaffee.

Vorteile:

  • einfach (absoluter Puristenhit)
  • Leicht (kein zusätzliches Equipment erforderlich)

Nachteile

  • Yeeehaa! Keine

(nur bedingt indianertauglich und nicht für Jedermann)

Was spricht gegen Espressokocher?

Du magst Dich nun fragen, warum wir Dir keine schicke Bialetti empfehlen? Auf den ersten Blick scheinen diese Teile prädestiniert. Sind sie doch ein Klassiker des Purismus und meistens ganz schick anzuschauen.

Klassisch ja, aber nur sehr bedingt reisetauglich. Neben grundsätzlicher Kritikpunkte gibt es auch Nachteile, die sie besonders für das Backpacking ungeeignet machen. Beispielsweise ist immer eine Kochstelle erforderlich. Mit einem Wasserkocher alleine kommst Du hier nicht ans Ziel. Desweiteren sind Espressokocher mehrteilig und aufwendiger zu reinigen.

Die Kocher entwickeln eine bemerkenswerte Hitze. So können gerade hochwertige Bohnen ihre Komplexität verlieren. Willst Du Dir auf die Schnelle einen Kaffee to go zubereiten, musst Du außerdem genügend Zeit für das Abkühlen des Kochers einplanen, ehe Du ihn einpacken kannst.

Sobald Du Deine Baristakünste auch Mitreisenden und Wegbegleitern zuteilwerden lassen möchtest, brauchst Du zudem eine Version, die Deinen Trekkingrucksack nicht unnötig herausfordert.

Die French Press und ihr Haken

Ein weiterer Klassiker und wieder bei Puristen beliebt: die French Press. Und dennoch fehlt sie ebenfalls auf unserer Liste, da auch ihre Reisetauglichkeit äußerst fragwürdig ist. Zwar gibt es neben den fragilen Glas- auch robustere Edelstahlvarianten, das ungünstige Packmaß bleibt aber in beiden Fällen.

Auch wenn sich die French Press in der entsprechenden Größe bestens zur Verköstigung mit mehrerer Personen eignet, erfordert ihre Reinigung Deine Gewissenhaftigkeit. Nachdem das Kaffeemehl mit dem Stempel verdichtet wurde, musst Du diesen zerlegen und mit jeder Menge fließendem Wasser gründlich reinigen. Auch den Kaffeesatz wirst Du nur unter Zuhilfenahme von reichlich Wasser ausspülen können.

Reinlichkeit ist gerade bei der French Press sehr wichtig, damit der nächste Kaffee nicht nach – sagen wir mal – Vernachlässigung schmeckt. Unnötig zu erwähnen, dass gerade das in Gemeinschaftsküchen eher schlecht als recht funktioniert.

Daher möchten wir Dich auch eindrücklich vor diversen French Press Angeboten in Unterkünften warnen. Die eigene Nase ist da oft ein verlässlicher Indikator. Gerüche haben Ursachen, vor allem die schlechten sollten Dir eine Warnung sein.

Selbstgebrauter Kaffee auf Reisen: Die besten Tipps

Die Grundvoraussetzungen für einen guten Kaffee sind bei einem Kaffeevollautomaten die gleichen wie beim Handfilter, in der heimischen Küche dieselben wie auf Reisen.

Deshalb möchten wir erst einmal eine fundierte Basis schaffen und Dir generell das Geheimnis guten Kaffees verraten. Denn die besten Zubereitungstipps fruchten nicht, solange die Basics nicht klar sind.

Es geht nur um schwarzen Kaffee, aber warum?

Kaffee ist schwarz. Punkt. Alle anderen Kaffeegetränke sind Variationen oder Abwandlungen davon, manchmal verunstaltet bis hin zur Unkenntlichkeit.

Du tust als Reisender also gut daran als Purist durchs Leben zu gehen, denn Dein Gepäck wird in aller Regel ohnehin nicht mehr hergeben, als die reinste Form der Kaffeekunst erfordert. Als Backpacker wird Dir das aber sicher nicht schwerfallen.

Doch wenn Du auf Deinen Abenteuern auch mal gerne ein Hostel-Dorm mit Etagenbad gegen eine AirB’n’B-Unterkunft mit en suite tauschst, warum dann nicht ab und an Deinen geliebten Flat White einfach in einem coolen Straßencafé entlang Deiner Reiseroute genießen? Solange Du aber unterwegs bist, wirst Du mit dem guten klassischen Filterkaffee Vorlieb nehmen müssen.

Mit mobiler Ausrüstung wird Dir ein echter Espresso ebenso wenig gelingen wie anständiger Milchschaum. Ein richtig guter Filterkaffee ist aber immer besser als ein mittelmäßiger Espresso. Und damit Du darauf auch auf Deinen Reisen nicht verzichten musst, zeigen wir Dir worauf es wirklich ankommt.

Ohne gute Kaffeebohne geht nichts!

Wobei wir schon bei der grundlegendsten Gemeinsamkeit aller Zubereitungsarten wären. Ist die Bohne nix, wird auch der Kaffee zwangsläufig nix. Nicht nur Systemadmins kennen den Leitspruch: „Shit in – shit out!“. Allerdings ist eine gute Röstung die beste Voraussetzung für einen gelungenen Kaffee. Und wir zeigen Dir woran Du diese erkennen kannst.

Es wäre vermessen anzunehmen wir könnten Dich hier im Schnelldurchlauf zum Barista ausbilden. Es gibt allerdings eine sehr verlässliche Faustregel, mit der Du die besseren Kaffeebohnen von den weniger guten unterscheiden kann.

Hat der Röster das Röstdatum vermerkt, spricht das in aller Regel für Qualität. Ein Indiz für schlechten Kaffee hingegen sind beispielsweise ölige Bohnen. Hier hat es der Röster entweder zu gut gemeint oder sein Handwerk nicht verstanden. Damit wirst Du definitiv nicht glücklich.

Dunkle Espressoröstungen kannst Du für Dein Vorhaben auch nicht gebrauchen. Was Du suchst sind Kaffees, die sich für die Zubereitung mit dem Handfilter oder einer AeroPress am besten eignen. Denn diese Zubereitungsarten sind ideal für unterwegs.

Verlangst Du im gut sortierten Fachhandel nach fruchtigen, hellen und fair gehandelten Kaffees, bekommst Du als offensichtlicher Kenner auch die passende Ware für Deinen Trip. Du solltest damit rechnen, dass dafür dann mindestens 20 Euro pro Kilo fällig werden – und Dir bewusst sein, dass die auch angemessen sind.

Manchen fällt es leichter ihr Geld in Equipment anzulegen und dann am Rohstoff zu sparen. Doch damit wirst Du nie das bestmögliche Ergebnis erzielen. Guter Kaffee beginnt mit gutem Kaffee – das ist eine ebenso einfache wie wichtige Formel. Und die gilt genauso für zu Hause wie für unterwegs.

Kaffee aufbewahren – Wie und wie lange kannst Du ihn lagern?

Im Gegensatz zu Espressoröstungen entfalten Bohnen für den Filter ihr volles Aroma bereits ab dem ersten Tag nach der Röstung. Röst- und Kaufdatum liegen bei Deinem Anwendungsfall also bestenfalls nur kurz auseinander.

Nach Anbruch der in der Regel aromaversiegelten Verpackung startet der Countdown. Länger als drei Monate sollte Deine Reise bis zur nächsten Rösterei dann nicht mehr dauern. Bereits gemahlener Kaffee ist spätestens hier leider raus.

Da dieser sein Aroma schon nach wenigen Minuten an die nächstbeste Umgebung abgibt, kommen für Genießer – nicht nur auf Reisen – ausschließlich ganze Bohnen infrage. Die obligatorische Kaffeemühle darf auf Deiner Packliste also nicht fehlen. Doch dazu später mehr.

Apropos Umgebung: Im Rucksack wird räumliche Trennung zu einem relativen Begriff. Dennoch solltest Du ein paar Dinge beachten, wenn Du lange Freude an Deiner Kaffeebohne haben möchtest.

Es mag Kreise geben, in denen mit Käsefuß aromatisierter Arabica hoch im Kurs steht. Doch in aller Regel solltest Du versuchen Deine angebrochene Kaffeeverpackung nicht zusammen mit Deinen Baby-Alpaka-Socken von der letzten Andenüberquerung zu verstauen.

Am besten lässt Du den Kaffee in seiner Originalverpackung und verschließt diese so gut wie möglich. Wiederverwendbare Verschlussbänder aus Silikon oder Universal-Verschlussclips helfen Dir dabei. Wenn Du Deine Bohnen vor Folgendem schützt, hast Du beste Karten für langanhaltenden Genuss:

  • Sonneneinstrahlung (besser dunkel lagern)
  • Feuchtigkeit (auf jeden Fall trocken halten)
  • Kälte (Kaffee hat im Kühlschrank nichts verloren)
  • Gerüche und Aromen(Kaffee nimmt ebenso gerne an wie er abgibt)

Der banalste Trick, damit Du möglichst immer frischen Kaffee zur Hand hast, ist stets nur kleine Mengen einzukaufen. Gerade in den großen Anbaugebieten wie Brasilien, Äthiopien oder Kolumbien wäre es ja schon fast sträflich nur eine Sorte zu kosten.

Aber auch woanders wird es Dir nur weit abseits der Zivilisation an Gelegenheiten mangeln, um für Nachschub sorgen zu können. Das Internet ist voll von Tipps zu feinen Röstereien und Blogs rund um das Thema „Third Wave of Coffee“. Vor allem in den großen Metropolen wirst Du problemlos fündig werden.

Bohnen frisch mahlen

Entscheide Dich – Schlafsack oder Zassenhaus. Nein, keine Angst, Du wirst nicht auf unentbehrliches Gepäck zugunsten Deiner Kaffeemühle verzichten müssen, denn Du bekommst bereits für kleines Geld ein kompaktes Gerät.

Es muss aber definitiv eine Mühle in Deinen Rucksack und ab sofort auf jede Packliste. Denn wie weiter oben schon erwähnt, verliert bereits gemahlener Kaffee nahezu unmittelbar sein Aroma. Schon Dein zweiter Kaffee wäre also kaum mehr als heißes, dunkles Wasser. Die 30 bis 50 Euro sind hier gut angelegtes Geld und werden Dir das ersparen.

Die Kaffeebohnen selbst zu mahlen kann ein beinahe meditatives Morgenritual werden. Hast Du in Trance versehentlich zu viel pulverisiert?! Dann musst Du wohl eine Tasse mehr in Dich hineinschütten. Denn denke daran: Nichts ist frischer als frisch gemahlen und mit der Zeit wirst Du auch ohne Waage zielsicherer.

Mit einer schönen Kaffeemühle ausgerüstet sind Dir außerdem neidische Blicke in der Hostelküche oder auf dem Campingplatz sicher. Und es wäre nicht das erste Mal, dass der Duft frisch gemahlenen Kaffees den Beginn einer interessanten Bekanntschaft einläutet. Es lohnt sich also in allen Belangen.

Das Wasser muss stimmen

Dein Filterkaffee besteht schlussendlich zu beinahe hundert Prozent aus Wasser. Deshalb ist es bei der Zubereitung auch immens wichtig auf die Qualität des Wassers zu achten. Während Du zu Hause die Möglichkeit hast mit einem guten Filter zu arbeiten oder gar Quellwasser zur Verfügung steht, ist das unterwegs vielleicht nicht immer der Fall.

Einen Filter mitzunehmen wäre unverhältnismäßig, an Quellwasser kommst Du je nach Gegend eventuell sogar ran. Alternativ ist versiegeltes Flaschenwasser die beste Wahl auf Reisen, und zwar nicht nur in Ländern mit geringeren Hygienestandards.

Der Einfluss des Wassers auf den Geschmack Deines Kaffees ist riesig. Es kann passieren, dass Du unterwegs feststellst, dass Dein Kaffee trotz der sonst selben Parameter unterschiedlich schmeckt. Das liegt dann wahrscheinlich am verwendeten Wasser.

Achtung heiß! Die perfekte Temperatur

Ebenso wie die Kaffeepulvermenge variiert auch die perfekte Wassertemperatur je nach Zubereitungsart und gewünschtem Getränk. Eines ist aber immer falsch: kochendes Wasser. Dies ist für viele eine Schlüsselerkenntnis.

Siedendes Wasser verbrennt den Kaffee schlichtweg und ist nicht selten der Grund für bitteren Geschmack. Diesen Fehler machen auch Kaffeemaschinen gerne. Das Ergebnis ist ein ungenießbarer Kaffee und nur ein Abklatsch dessen, was die Bohne sonst vielleicht sein könnte.

Also merke: Bei 94 bis 96 Grad Celsius aufgießen! Ein Thermometer brauchst Du dafür aber nicht auch noch einpacken. Du kannst das Wasser einfach aufkochen und anschließend rund eine Minute abkühlen lassen.

Dass der Siedepunkt von Wasser im Everest-Basislager ein anderer ist als am Ufer des Toten Meers, lassen wir hier mal bewusst außen vor. Aber je nach Reiseziel musst Du das beim Kaffeekochen sogar berücksichtigen.

Die richtige Menge

Kurz und knapp: die gibt es nicht. Nichts ist bei der Zubereitung von Kaffee je nach Sorte, Geschmack und Zubereitungsart unterschiedlicher als die verwendete Menge Kaffeebohnen. Für Filterkaffee gilt zudem: je größer die aufgebrühte Menge sein soll, desto weniger Pulver im Verhältnis zu Wasser musst Du nehmen.

Für unseren Anwendungsfall haben wir uns bereits auf helle Röstungen geeinigt. Jetzt kommt es noch auf die Zubereitungsart an. Diese stellen wir Dir nun vor und gehen dabei gezielt auf die jeweils passende Menge Kaffeepulver ein.

Exkurs: Third Wave Coffee, ähh bitte was?!

Industrie 4.0 und die damit einhergehende Digitalisierung unserer Welt ist in aller Munde. Währenddessen ist auch die dritte Kaffee-Welle über uns hereingebrochen – und an manchen vorbeigerauscht. An dieser Stelle möchten wir unseren Teil zur Aufklärung beitragen und Dir, ohne zu große Informationsflut, kurz die Chronik der Kaffeebewegung näher bringen:

First Wave:

Die erste Welle machte in den Nachkriegsjahren Kaffee nach und nach der breiten Masse zugänglich. Supermärkte mit dem heutigen Selbstbedienungsprinzip ersetzten den Tante-Emma-Laden, der vakuumverpackte Kaffee im Ziegelsteinformat passte perfekt in die Regale und war einfach zu transportieren. Ihr übriges taten der bis heute erfolgreiche Papierfilter und die passende Maschine dazu. Ein Massenprodukt war geboren.

Second Wave:

Von den feinen Kaffeehäusern in die heimischen Küchen und wieder zurück. Allerdings nicht in die elitären Etablissements der Oberschicht, sondern in die Filialen großer Ketten wie Peet’s Coffee und Starbucks.

Die zweite Welle machte zunächst qualitativ hochwertiges Rösthandwerk sowie guten Kaffee salonfähig – und den Kaffeegenuss außer Haus massentauglich. Leider brachte sie auch die ungezügelte To-Go-Bewegung hervor. Und öffnete schlussendlich mit den skurrilsten Zusätzen und Geschmacksvariationen Tür und Tor für minderwertige Billig-Bohnen. Ein Jojo-Effekt mit fadem Beigeschmack.

Third Wave:

Nach den ersten beiden, versucht nun die dritte Welle seit den 1990er Jahren Kaffee als hochwertiges Genussmittel wieder in das richtige Licht zu rücken. Herkunft, Zubereitung, Fairness und Transparenz stehen im Fokus. Geschmack, Vielfalt, Handwerk und Qualität erfahren angemessenen Respekt.

Bereits zu Beginn der zweiten Welle wurde der Grundstein für das Verständnis gelegt, dass ein gutes Produkt zwangsläufig seinen Preis haben muss. Kaffee soll die Wertschätzung zuteilwerden, die ihm gebührt. Neben Soya-Vanilla-Latte und Padmaschinen etablieren sich wieder klassische Zubereitungsmethoden und puristischer Genuss. Barista ist mehr als Latte-Art.

Zu oft nehmen solche Bewegungen teilweise obskure Züge an und so dürfen die unterschiedlichen Auswüchse sicherlich kontrovers diskutiert werden. Wir zumindest finden, dass man ein gutes Café betreten können muss ohne unbedingt auf den Dresscode achten zu müssen. Wo sich nicht auch unsere Omas wohlfühlen würden, möchten wir auch nicht sitzen. Einen angemessenen Preis für gute und nachhaltige Qualität zahlen wir aber alle gerne.

Doch Wellen zeichnen sich bekanntermaßen dadurch aus, dass sie irgendwann brechen und sich wieder zurückziehen, um sich dann erneut aufzubauen. Die nächste kommt also mit Sicherheit, was sie bringen wird, bleibt weitestgehend offen – und wir dürfen gespannt sein.

Guter-Laune-Garant: Köstlicher Kaffee auf Reisen

Vielleicht wirst Du ja erst durch Deine Reise zum Kenner und lernst unterwegs auf die feinen Nuancen der unterschiedlichen Kaffees und Zubereitungsarten zu achten. Je mehr schwarzen Kaffee Du trinkst, desto eher wird sich Dir die Komplexität dieses Getränks erschließen. Denn feiner Kaffee spielt in einer Liga mit gutem Wein oder hochwertiger Schokolade.

Am besten lernst Du Kaffee direkt in den diversen Anbaugebieten des sogenannten Kaffeegürtels kennen. Wenn Dich Deine Reise durch Äthiopien, Sumatra oder Lateinamerika führt, wirst Du ausreichend Möglichkeiten haben, prickelnde Säure, würzige Schwere oder nussig-schokoladige Facetten zu erfahren. Genieße schwarzen Kaffee immer und überall, aber vor allem fair und bewusst.

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Arne Preuß

Moin, Moin! Ich bin Arne und komme aus einem Kuhdorf in Schleswig-Holstein. Gelebt habe ich schon in Hamburg, Spanien, Berlin, Malta und gerade ist meine Homebase in Zypern.

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