So reisen Frauen, die Frauen lieben (wir packen aus & geben Tipps)

lesbisches reisen

Reisen lesbische Frauen anders?

Müssen wir es?

Welche Herausforderungen stellen sich uns als homosexuelle Reisende? Und wie bewältigen wir sie?

Ich dachte, es ist mal an der Zeit das Thema “Reisen als lesbische Frau bzw. lesbisches Pärchen” anzugehen. Und dazu auch einige andere Frauen und Pärchen aus meinen eigenen Reihen zu befragen.

Ganze 4 1/2 Jahre hat es seit Bestehen dieses Blogs gedauert. Quasi ein Unding, wo ich ja selbst seit 2010 als ge-outete Frau, die Frauen liebt, die Welt bereist.

Meine ganze, sehr persönliche Coming Out-Story kannst du dir übrigens hier anschauen.

 

Coming Out: Täglich grüßt das Murmeltier

Das Interessante am Coming Out ist ja, dass es keine einmalige Sache ist. Wir machen es ständig, immer und immer wieder.

Vielleicht einmalig für sich selbst und Familie und bestehende Freunde, aber danach ist sexuelle Orientierung etwas, das immer wieder und immer wieder ein Coming Out erlebt. Besonders und um so mehr als Vielreisende und Digitale Nomadin.

Es hört einfach nie auf, denn ich umgebe mich ständig mit neuen Menschen, lerne in einer Tour neue Leute kennen.

Ich mache nie einen großen Hehl aus meiner sexuellen Orientierung, aber es ist mir wichtig, dass meine volle Identität gesehen wird, dass ich für genau die Frau gesehen, die ich bin. Selbst wenn ich für viele Homos durch mein Äußeres ziemlich klar zu erkennen bin, ist das bei den Heteros trotzdem oft nicht der Fall (Gaydar und so!).

 

Homosexualität – von illegal bis Todesstrafe

Dazu kommt, dass einige Länder sehr unoffen und diskriminierend bis verachtend mit Homosexualität umgehen. In einigen Gegenden ist es schlichtweg gefährlich seine sexuelle Orientierung auszuleben. Aktuell ist Homosexualität in 77 Ländern illegal und es gibt die Todesstrafe dafür in zwölf davon (z.B. Yemen und Nigerien).

Ich versuche mich von solchen Ländern fernzuhalten bzw. sie durch meinen Besuch nicht zu unterstützen, z.B. viele afrikanische und arabische Länder, sowie der mittlere Osten und Russland.

Manche anti-homo Länder fallen für mich daher als Reiseziele einfach kategorisch weg, wobei ich natürlich auch schon Ausnahmen gemacht habe – so bin ich schon durch z.B. Indien, Myanmar, Marokko gereist – Länder, in welchen Homosexualität eigentlich offiziell illegal ist.

Derzeit wohne ich in Bali, hier wird Homosexualität quasi toleriert, aber der Rest Indonesiens ist sehr diskriminierend. Das ist definitiv nicht optimal für mich und ich würde mir eine größere und öffentlich aktivere Gay Scene hier in Bali wünschen. Aber in wenigen Flugstunden bin ich in z.B. Bangkok oder Melbourne und kann mir dort meinen Gay Fix holen.

Trotzdem fühle ich mich nicht wohl hier in Bali eine Frau in der Öffentlichkeit auf den Mund zu küssen – und in vielen anderen Ländern auch nicht. Ich habe einfach keine Lust auf komische Blicke und Kommentare (wobei wir die im „angeblich so toleranten“ Deutschland auch bekommen).

 

Meine persönlichen Erfahrungen als lesbische Reisende

Ich persönlich hatte noch keine herausstechenden richtig schlechten Erfahrungen als lesbische Reisende. Aber da ich mich grundsätzlich kulturell sehr sensitiv versuche zu verhalten, bewege ich mich, was meine sexuelle Orientierung angeht, eher auf der sehr unsichtbaren und konservativen Seite.

Ich würde eher von nervigen Herausforderungen sprechen:

  • Wir müssen uns immer Gedanken darüber, wie eine Kultur mit Homosexualität umgeht und uns daran anpassen bzw. unsere Sexualität verheimlichen
  • Oft wird man als normale “Freundinnen” betrachtet und nicht als Pärchen ernst genommen (beim Checkin im Hotel zum Beispiel bekommt man getrennte Betten)
  • Ab und zu fehlt mir eine aktive Gay Community, Ausgehmöglichkeiten und einfach super-gaye Freunde – es nervt einfach manchmal immer der einzige homosexuelle Mensch zu sein
  • Es nervt, sich mit PDAs (public displays of affection) zurückzuhalten, wenn es für Heteros ganz normal ist.
  • Frauen mit kurzen Haaren gibt es in vielen traditionelleren und religiösen Kulturen nicht und ich werde oft nicht sofort als Frau „erkannt“, da bei kurzen Haaren sofort auf einen Mann geschlossen wird. Das resultiert darin, dass ich viel als „Sir“ und „Mister“ angesprochen werde.

 

Wie ich als homosexuelle Digitale Nomadin andere queer/lesbische Frauen kennenlerne?

Zumeist online. Weil: Easy und Gaydar-sicher (kein Raten ob nun hetero oder nicht).

Tinder, OkCupid und Her.

Neben einigen coolen Dates, habe ich mit den Apps aber vordergründig viele nette Bekanntschaften gemacht und teilweise auch schöne, anhaltende Freundschaften geschlossen.

Und manchmal sind sie einfach nur gut um sich wertvolle Reisetipps von local Girls einzuholen oder um mich einfach nur verbunden zu fühlen ohne die Absicht zu haben auf Dates zu gehen (was ich, wenn ich Single bin, sowieso eher selten mache).

Hier in Bali tümmeln sich viele hetero Expat-Frauen und Langzeitreisende auf Tinder, die nach „Freundschaften“ suchen – was etwas nervig ist und bestimmt gern mal etwas „awkward“ werden kann (hatte ich aber noch nie).

Je nach Ort und Land und wie sehr mein Verlangen nach Gay Connection ist, kundschafte ich auch die Szene vor Ort aus und suche Gay/Lesbian Bars oder Events bzw. Meetups.

 

Coole homo-freundliche Orte

Positive Erfahrungen habe ich zum Beispiel in Bangkok gemacht – dort gibt es eine sehr aktive queer Community und auch eine Homo Expat Meetup Gruppe „Bangkok LGBTIQA & Friends„, die sich regelmäßig zu Aktivitäten trifft und es finde oft Parties für Queer Girls statt (Go Grrrls, Vibe etc – mehr dazu hier).

Auch sonst finde ich Thailand sehr offen was Homosexualität betrifft – Lady Boys und sehr maskuline sogenannte „Tom Girls“ sind Teil der Gesellschaft und Familien.

Das Land hat sogar eine Tourismus-Kampagne am Start „go thai be free“ und eine fette Webseite dazu. Respect, yo!

Eine tolle Art und Weise um die Welt zu reisen ist für Gay Pride Parties – hier der weltweite Kalender.

Und es gibt ein paar fantastische Lesbian Festivals, wie zum Beispiel Ella auf MallorcaVelvet auf Ibiza oder Dinah Shore Festival in Florida.

Empfohlene “Super Gay-Friendly” Orte:

  • Neuseeland
  • Australien: Sydney & Melbourne
  • Mexico City
  • USA: San Francisco, Palm Springs und New York
  • Dänemark: Kopenhagen
  • Kanada: Toronto
  • Spanien: Sitges
  • Griechenland: Lesbos
  • Island

 

Und nun Bühne frei für eine Reihe wundervoller Mädels und ihren wertvollen Erfahrungen und Tipps!

PS: Ganz unten habe ich noch eine weiterführende Liste an Ressourcen und Links zusammengestellt.

 


Dani von Globetrotter Girls

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1. Was sind die deine Erfahrungen als lesbische Frau auf Reisen? Änderst du manchmal dein Verhalten oder verheimlichst du deine sexuelle Orientierung?

Was mich am Reisen als lesbische Frau am meisten nervt, ist das stets angenommen wird, dass wir nur Freundinnen sind, anstatt ein Paar, wenn ich mit meiner Freundin reise.

Beim Check-In im Hotel wird sich dann entweder direkt entschuldigt, dass ein Zimmer mit Doppelbett reserviert wurde, oder mir ein Zimmer mit zwei Einzelbetten gegeben, obwohl ich ausdrücklich ein Doppelbett reserviert habe. Wenn ich darauf hinweise, oder ausdrücklich nach einem Doppelbett frage, ist das schon öfter zu einer peinlichen Situation gekommen, mit errötenden, stammelnden Rezeptionisten. Anfangs war mir das auch teilweise peinlich, inzwischen habe ich mich aber daran gewöhnt.

In Ländern, in denen Homosexualität illegal ist, frage ich natürlich nicht nach einem Doppelbett – da beneide ich dann aber schon meine heterosexuellen Reisegefährten, die sich nicht zu zweit in ein Einzelbett quetschen müssen, sondern ohne Probleme in einem Doppelbett schlafen können.

Bin ich alleine unterwegs, habe ich schon des öfteren meine Sexualität verheimlicht, weil ich die nervigen Fragen aufdringlicher Männer nicht immer ertragen kann.

2. Welchen Herausforderungen bist du schon begegnet und wie gingst du mit ihnen um?

Ich finde es manchmal schwierig, meine Gefühle zurückzuhalten – bei einem hetero Pärchen schaut keiner zweimal hin, wenn sie sich küssen – bei zwei Frauen ist angestarrt werden noch das geringste Übel, aber oft kommen dann Kommentare, Sprüche oder Pfiffe.

Ich halte mich dazu entschieden, PDAs zu vermeiden, um keine Aufmerksamkeit zu erregen – egal ob es auf einer Insel in Thailand ist oder in New York, Kommentare gibt es immer. Und man muss ja überall Angst haben, dass es nicht bei doofen Kommentaren bleibt, sondern auch mal ein Stein geflogen kommen kann, wie es Bekannten von mir passiert ist.

3. Welche Tipps würdest du anderen lesbischen Reisenden geben?

Ich würde mich den jeweiligen Gegebenheiten des Landes anpassen. Sich mit Zuneigungsbekundungen zurückhalten, wenn man in einem eher konservativen Land ist. Wenn man allein unterwegs ist, definitiv versuchen mit local Mädels in Kontakt zu treten. Die einprägsamsten Erfahrungen, die ich auf Reisen gemacht habe, wenn ich allein gereist bin, waren, wenn ich mir die Stadt und die jeweilige Lesben-Szene von jemandem zeigen lassen habe, der sich dort auskennt. Dank einschlägiger Apps ist das ja heutzutage kein Problem mehr!

>> Folge Dani auf ihrem Blog Globetrotter Girls und auf Instagram.

 

Katrin & Sandra von Little Blue Bag

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1. Was sind eure Erfahrungen als lesbisches Paar auf Reisen? Ändert ihr manchmal euer Verhalten oder verheimlicht ihr eure sexuelle Orientierung?

Grundsätzlich haben wir zum Glück nur sehr wenige negative Erfahrungen auf Reisen gemacht. Die meisten Menschen, die uns bislang begegnet sind waren uns und unserem Leben gegenüber sehr aufgeschlossen, tolerant und neugierig. Vor allem, wenn die Leute erfahren, dass wir schon seit über 6 Jahren verheiratet sind, finden das alle toll. (Wir wissen sehr wohl, dass es offiziell „verpartnert“ heißt, aber für uns ist es das gleiche. #loveislove ) Aber natürlich kam es schon vor, dass wir uns nicht als lesbische Paar in der Öffentlichkeit gezeigt haben, wie zum Beispiel in Dubai. Es kommt eben ganz darauf an, wie die Menschen, die Politik und die Polizei mit Homosexualität umgehen.

2. Welchen Herausforderungen seid ihr schon begegnet und wie seid ihr mit ihnen umgegangen?

„Bastardo, Bastardo!“ so wurden wir von einer alten Spanierin am Strand von Teneriffa beschimpft, aber das ist ja schon eher harmlos gegen das, was uns andere Paare schon erzählt haben. Eine der größten Herausforderungen für uns war bisher unsere Reise nach Dubai. Wir haben Freunde dort besucht und wurden vorab von ihnen schon über alle möglichen Szenarien informiert, die uns drohen, wenn wir uns in der Öffentlichkeit als lesbische Paar erkennbar machen. Mit diesem Wissen und mit der Tatsache, dass Frauen im Allgemeinen in Dubai nichts zu sagen haben, haben wir uns richtig unwohl auf unserer Reise gefühlt.

3. Welche Tipps würdet ihr anderen lesbischen Reisenden geben?

Grundsätzlich finden wir es sehr wichtig, dass wir uns alle, egal welcher Sexualität, für die Rechte aller Menschen einsetzen. Wir sind glücklich, dass wir in einem Land leben, in dem homosexuelle Paare nach und nach immer mehr Rechte bekommen. Aber leider gilt in vielen Ländern der Welt Homosexualität als Krankheit und ist illegal und wird mancherorts sogar mit dem Tod bestraft. Wir raten anderen lesbischen Reisenden daher, dass sie sich vor der Reise über die dortigen Gesetze informieren und vor Ort anpassen. Liebe ist etwas wunderschönes und sollte immer und überall gezeigt werden, aber manchmal wäre der Preis einfach zu hoch, den man dafür bezahlen müsste.

>> Folgt Katrin und Sandra auf ihrem Blog Little Blue Bag und auf YouTube.

 

Jasmin von Wandern und mehr

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1. Was sind deine Erfahrungen als lesbische Frau auf Reisen? Änderst du manchmal dein Verhalten oder verheimlichst du deine sexuelle Orientierung?

Als Single ändere ich mein Verhalten auf Reisen eigentlich nicht. In meiner letzten Beziehung haben wir uns im Ausland eher zurückgehalten, es kam aber vor allem darauf an, in welchem Land wir waren. In einem Restaurant haben wir uns vielleicht nur kurz mal an den Händen berührt, dafür aber dann Fotos von uns küssend vor dem Sonnenuntergang auf der Strandpromenade gemacht. Meine sexuelle Orientierung behalte ich generell für mich, außer es ergibt sich im Laufe eines Gespräches und wenn ich das Gefühl habe, dass die Person kein Problem damit hat.

2. Welchen Herausforderungen bist du schon begegnet und wie gingst du mit ihnen um?

Letztes Jahr fragte ich in Berlin fremde Menschen auf der Straße nach dem Weg zu einer bestimmten Gay Disco. Ich wusste den Namen, fand den Weg aber nicht. Es war mir sehr unangenehm, weil ich mich damit direkt bei ihnen outete, ohne dass wir vorher irgendein Wort miteinander gewechselt hatten und ich nicht wusste, wie sie zu Homosexuellen stehen. Weil es mir aber wichtig genug war, konnte ich mich dazu überwinden und war im Nachhinein sehr froh darüber.

3. Welche Tipps würdest du anderen lesbischen Reisenden geben?

Ich würde mich vor der Reise über die rechtliche Lage von Homosexuellen in dem jeweiligen Land informieren. Ich finde es wichtig, dass man sich in einem fremden Land den Einheimischen gegenüber respektvoll verhält. Deshalb würde ich grundsätzlich zur Zurückhaltung raten, aber es kommt auch sehr darauf an, wie touristisch ein Gebiet ist. Wenn am Strand zum Beispiel überwiegend Touristen sind, dann denke ich, kann man sich auch mal küssen. Ansonsten sollte man seinen Urlaub oder das Reisen genießen und sich nicht zu sehr einschränken, ein respektvoller Mittelweg wäre ideal.

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Marcia von Zwillingsseelenliebe

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1. Was sind die deine Erfahrungen als lesbische Frau/Pärchen auf Reisen? Änderst du manchmal dein Verhalten oder verheimlichst du deine sexuelle Orientierung?

Bei meinen Reisen mit Freundin oder ohne Freundin waren meine Erfahrungen meistens positiv und ich bzw. wir mussten unser Verhalten nicht verändern.

Es gab Länder, da gab es eine leichte Anpassung des Verhaltens und in 2 Ländern musste man die Orientierung verheimlichen.

2. Welchen Herausforderungen bist du schon begegnet und wie gingst du mit ihnen um?

Als ich mal mit meiner Freundin in einem recht homophoben Land unterwegs war, hörte ich im Radio, dass ein schwuler Mann, wegen seiner Orientierung, auf offener Straße umgebracht wurde.

Ich hab das meiner Freundin erst nach dem Urlaub erzählt, aber während der Reise immer wieder darauf geachtet, dass es nicht offensichtlich wurde, dass wir ein lesbisches Pärchen waren.

In wenigen Ländern wurden wir auch mal komisch angeschaut oder erhielten einen dummen Spruch, aber auf so was reagiere ich meistens mit einem Lächeln und mit einer freundlichen Antwort.

3. Welche Tipps würdest du anderen lesbischen Reisenden geben?

Informiere dich, wenn du sicher gehen willst, vorher über das Land und die Einstellung gegenüber Homosexualität.

Wenn du komisch angeschaut wirst oder du einen blöden Spruch zu hören bekommst, dann reagiere entweder gar nicht oder mit einem lächeln und einer freundlichen Antwort.

Ganz wichtig ärgere dich nicht über die Menschen, die dir so begegnen.

Diese Menschen haben das Leben und die Liebe noch nicht verstanden.

Ich sende diesen Menschen bewusst Liebe, denn an Liebe zu sich selber fehlt es denen am meisten.

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Annie von Rainbow Feelings

annie

1. Was sind deine Erfahrungen als lesbische Frau/lesbisches Paar auf Reisen? Änderst du manchmal dein Verhalten oder verheimlichst du deine sexuelle Orientierung?

Zusammen mit meiner Freundin habe ich schon viele positive Erfahrungen als lesbisches Paar auf Reisen gemacht. Wir reisen allerdings nur in Länder, in denen wir für unsere Liebe nicht bestraft werden können. Trotzdem ist es oft schwierig die gesellschaftliche Situation vor Ort einzuschätzen, deshalb outen wir uns erst, wenn wir Leute näher kennen gelernt haben. Auf Händchenhalten und Küssen in der Öffentlichkeit verzichten wir meistens ganz.

2. Welchen Herausforderungen bist du schon begegnet und wie gingst du mit ihnen um?

Da wir oft nicht direkt geoutet sind, hatten wir bisher kaum Probleme beim Reisen. Für mich ist es allerdings eine große Herausforderung, ungeoutet zu sein und meine Liebe zu meiner Freundin nicht offen auf der Straße zeigen zu können. Ich merke aber, dass wir dadurch in privaten und geschützten Räumen sehr viel enger sind als sonst. Oft gibt es vor Ort auch die Möglichkeit sich an die LGBT Community in dem jeweiligen Land anzuschließen und so einen Safe Space zu finden.

3. Welche Tipps würdest du anderen lesbischen Reisenden geben?

Informier dich schon bei der Länderwahl, wie die Lage für lesbische Frauen vor Ort ist. Ist Homosexualität dort überhaupt legal und wie sieht es mit der gesellschaftlichen Anerkennung aus? Facebookgruppen können hier zum Beispiel eine tolle Möglichkeit sein, mit den Leuten vor Ort oder anderen Reisenden in Kontakt zu kommen und sie nach ihren Erfahrungen zu fragen. So kannst du besser einschätzen, ob offen lesbisch sein, selbst auf der Straße, kein Problem ist, oder ob du in manchen Situationen lieber ungeoutet bleibst.

Für mich ist es auch total schön, vor Ort Leute aus der LGBT Community kennen zu lernen. Dafür bieten sich ebenfalls Facebook Gruppen an. Aber auch Lesarion oder eine ausgiebige Google Suche können dir helfen, andere LGBTs und Veranstaltungen zu finden, selbst in Ländern, in denen LGBTs nicht so sichtbar sind wie zum Beispiel in Europa oder Nordamerika.

>> Folge Annie auf ihrem Blog Rainbow Feelings und auf Facebook.

 

Lisa & Eileen von Reiseherzen

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1. Was sind eure Erfahrungen als lesbisches Paar auf Reisen? Ändert ihr manchmal euer Verhalten oder verheimlicht ihr eure sexuelle Orientierung?

Im Allgemeinen sind unsere Erfahrungen als reisendes lesbisches Pärchen sehr positiv. Die Leute sind uns gegenüber echt sehr offen, freundlich und teilweise auch neugierig bzw. interessiert. Es kam allerdings auch schon vor, dass wir uns in bestimmten Ländern auf Grund von Blicken nicht so wohl gefühlt haben und deswegen auf sowas wie Händchenhalten verzichtet haben.

2. Welchen Herausforderungen seid ihr schon begegnet und wie seid ihr mit ihnen umgegangen?

Ehrlich gesagt haben wir bisher das Glück gehabt, dass wir lediglich ein paar Blicke kassiert haben, die wir aber leicht ignorieren können. Besonders in den osteuropäischen und den arabischen Ländern hatten wir das Gefühl, dass die Homosexualität in der Öffentlichkeit einfach noch nicht angekommen ist und man daran auch nichts ändern möchte.

3. Welche Tipps würdet ihr anderen lesbischen Reisenden geben?

Wir raten jeder lesbischen Reisenden selbstbewusst durch die Welt zu gehen und die Sexualität nicht zu verheimlichen. Du wirst merken, wie viel positives Feedback man dadurch erfährt. Das können freundliche Blicke oder ein vielsagendes lächeln sein. Außerdem lassen sich so viel schneller Gleichgesinnte finden (was bei uns so gut wie immer der Fall ist).

Sollte es aber doch mal unangenehm werden, so dass ihr euch in eurer Umgebung und als Person nicht mehr wohl fühlt, hört einfach auf das eigene Bauchgefühl wie ihr euch zu Verhalten habt. Das stimmt meistens.

>> Folgt Lisa und Eileen auf ihrem Blog Reiseherzen und auf Facebook.

 

Susanne & Sandra – Blog-Leserinnen

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Die zwei sind insgesamt sechs Monate unterwegs und haben in der Zeit schon Neuseeland, Indonesien, Singapur, Malaysia, Kambodscha und Thailand bereist.

1. Was sind eure Erfahrungen als lesbisches Paar auf Reisen? Ändert ihr manchmal euer Verhalten oder verheimlicht ihr eure sexuelle Orientierung?

Wir informieren uns vor jedem Reiseziel über örtliche Akzeptanz für Homosexualität und passen uns dann entsprechend an.

2. Welchen Herausforderungen seid ihr schon begegnet und wie seid ihr mit ihnen umgegangen?

Wir hatten keine Herausforderungen. Die Menschen schauen manchmal schief, aber äußern sich nicht weiter.

3. Welche Tipps würdet ihr anderen lesbischen Reisenden geben?

Sich auf jedenfall vorher über das jeweilige Land und dessen Akzeptanz gegenüber Homosexualität zu informieren!

Leider sind wir dazu gezwungen, da in einigen Ländern homosexuelle Handlungen strake gesetzliche Verstöße mit sich ziehen.

 

Stefanie & Andi – Blog-Leserinnen

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1. Was sind eure Erfahrungen als lesbisches Paar auf Reisen? Ändert ihr manchmal euer Verhalten oder verheimlicht ihr eure sexuelle Orientierung?

Grundsätzlich positiv, wir gehen mit unserer sexuellen Orientierung aber auch nicht „in die Offensive“ und passen uns den Reiseempfehlungen für das jeweilige Land, welche ja auch oftmals für heterosexuelle Paare gelten, an. Ein Kuss oder ab und an Händchenhalten sind für uns in Ordnung, wir verhalten uns auf deutschen Straßen aber auch nicht viel anders.

Wir werden regelmäßig für Schwestern gehalten und belassen es nach einem ersten „Nein, sind wir nicht“ dann aber auch dabei.

2. Welchen Herausforderungen seid ihr schon begegnet und wie seid ihr mit ihnen umgegangen?

Richtige Herausforderungen haben wir in diesem Punkt bislang noch nicht erlebt.

3. Welche Tipps würdet ihr anderen lesbischen Reisenden geben?

Eine gesunde Mischung aus offenem und lockeren Umgang mit der eigenen Sexualität, Empathie für andere Kulturkreise, Anpassung in gewissen Punkten und einer Portion Humor und Charme machen das Reisen viel leichter und schöner! Der beste Tipp, den wir auf Bali bekommen haben und gerne weitergeben, war: „Enjoy your life!“.

 

Weitere Ressourcen für Lesbische Reisende:

Folge diesen lesbischen Travellern auf Instagram:

 

Was sind deine Erfahrungen? Hast du noch weitere Tipps oder Fragen? Rein damit in die Kommentare!

Auf die freie Liebe!

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Ich bin Conni. Spiritueller Freiheits-Junkie. Surf-Yogi. Vegan.

Als Digitale Zen Nomadin mit Online Business lebe und arbeite ich seit 2012 auf der ganzen Welt. Ich zeige dir, wie du deine eigene Ortsunabhängigkeit erreichst – und das mit einem ganzheitlichen Lifestyle, der dich jeden Tag glücklich macht.

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Eure 13 Gedanken

  • Corinna 13.09.2016 um 10:34 Uhr

    Tolles Beitrag. 
    Ich habe schon lange auf so einen Artikel von dir gehofft. 
    Meine Frau und ich sind ebenfalls viel auf Reisen und kommen oft an den Punkt wo wir überlegen….können wir jetzt Händchen halten oder uns küssen? Oftmals lassen wir es dann leider weil wir niemanden provozieren möchten, was im Nachhinein dann wieder zu einem „einengenden Gefühl“ wird, leider! 
    Es tut gut zu wissen, dass es anderen oftmals ähnlich geht. 
    Vielen Dank für den Artikel. 

  • Chris 14.09.2016 um 08:57 Uhr

    Klasse Conni! & DANKE :-)
    darauf hab ich schon lange gewartet … sind ja doch mehr queere Frauen unterwegs, als ich dachte :-) Freu mich jetzt richtig drauf, ab nächstes Jahr unterwegs zu sein …
    Auf Reisen hab ich bisher eher selten ein Hehl draus gemacht, dass die Frau an meiner Seite nicht meine „Schwester“ ist … gab manchmal auch irritierende Erfahrungen, aber nie Negative :-)

  • Agy 14.09.2016 um 10:02 Uhr

    Hach, danke für diesen klasse Artikel. Ich verheimliche meine Beziehung zu meiner Freundin zwar nicht, aber bei Urlauben in gewissen Ländern macht man es dann doch nicht öffentlich. Ich würde mich daher immer vorher informieren, wie die Länder gegenüber Homosexualität eingestellt sind … Danke für die tollen Linktipps.

  • Daniel und Jens 14.09.2016 um 12:34 Uhr

    Liebe Conni,
    vielen Dank für diesen Artikel. Egal ob lesbsich oder schwul, da es noch viele Länder mit homofeindlichen Einstellungen gibt, ist es wichtig, dies zu bedenken beim Reisen! Es ist so schade, das es noch immer so viele Vorurteile gegen Gleichgeschlechtlich Liebende gibt. Denn #loveislove
    Wir machen uns auch Gedanken darüber, ob wir ein Land bereisen, das diese Art zu leben unter Strafe stellt. Wir möchten solche Länder nicht unterstützen.
    Viele liebe Grüße und weiterhin
    #loveislove

  • Sarah 27.09.2016 um 17:22 Uhr

    Liebe Conni!
    Vielen lieben Dank für diesen Post. :)
    Da ich Ende des Jahres mein Leben als bisexuelle digitale Nomadin antrete habe ich hier sehr viele nützliche Tipps mitnehemen können.
    Love and Blessings <3 Sarah

  • Ju 02.10.2016 um 16:54 Uhr

    Hallo Conni!
    Interessanter Artikel! Dass du dich in einigen Ländern bei Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit nicht wohlfühlst, kann ich voll verstehen! Aber: Geht mir als Hetero-Mann auch manchmal so, gerade wenn das in diesem Land eher nicht als „schicklich“ gilt. Aber klar, die Sache mit den 2 Einzelbetten ist superdoof. Viele Grüße nach Bali, Ju

  • Philipp 11.10.2016 um 15:30 Uhr

    Hallo Conni,

    ich gehe an das Thema mit gemischten Gedanken heran:

    Dass sich viele nicht trauen, öffentlich Zärtlichkeiten auszutauschen kann ich natürlich nachvollziehen. Das ist im Nahen Osten ständig ein Thema. Selbst in Tel Aviv, was quasi die queere Hauptstadt des Nahen Ostens ist, gibt es noch viele, die Morddrohungen seitens ihrer eigenen Familie fürchten. Entsprechend bin ich selbst darauf bedacht, mich nicht unnötig in Gefahr zu begeben.

    Zugleich spüre ich da auch eine gewisse Wut, denn Deutschland ist nicht das, was es vorgibt zu sein. Ich möchte auch gar nicht undankbar klingen, unter – relativ – toleranten Umständen aufgewachsen zu sein. Nur ist das eben genau der Punkt: Deutschland ist nur punktuell tolerant. Obwohl es sich stets bemüht, sich als tolerant zu präsentieren, steht da noch ein langer Weg an! Und dass sich queere Pärchen kaum unkommentiert auf der Straße küssen können, während das für Heteros gar kein Problem ist, ist für „ein tolerantes Land“ inakzeptabel.

    Deshalb halte ich es für unerlässlich, öffentlich zu bekennen und zu zeigen, dass man queer lebt. Denn so lang wir es verstecken, gibt es keine Chance, als gewöhnlich wahrgenommen zu werden. Das geht nur, wenn sich die Menschen daran gewöhnen, dass Frauen und Männer das eigene Geschlecht küssen.

    Ich hoffe, wir kommen eines Tages Schritt für Schritt dahin!

    Alles Liebe,
    Philipp

  • Violo 01.11.2016 um 01:43 Uhr

    Hallo Conni,
    ich muss sagen, bei der Toleranz, die Du von andern erwartest, bist Du doch ziemlich fundamentalistisch: Es gibt ganz viele Länder auf dieser Welt, in denen es unüblich ist, sich in z.B. der Öffentlichkeit zu küssen oder zu umarmen, gleichgültig um welche Geschlechter es sich handelt. Und als Gast hält man sich an die Regeln seiner Gastgeber. Und wenn man das Fremde nicht mag, bleibt man zu Hause.

    Es tut mit Leid, aber du kommst mir vor, wie ein dicker deutscher männlicher Urlauber, der sich in manchen Gegenden der Welt wundert, dass er mit seinen kurzen Hosen schief angeguckt wird.

    Reisen sollte doch wenigstens helfen zu erkennen, dass die eigenen Wertmasstäbe nicht universell sind, statt mit Sendungsbewustsein in die Welt zu gehen und zu erwarten, dass sie sich meinen eigenen anpasst.

    Vielleicht denkst Du daran, wenn Du das nächste mal Menschen triffst, die Deine Haltung nicht teilen.

    LG Violo

  • Lukas 04.01.2017 um 14:10 Uhr

    Hi Conny, auch für mich als Mann (und damit außenstehender ;) ) ein interessanter Beitrag. Ich mag es, dass du ein bisschen provozierend an das Thema rangehst und kein Blatt vor den Mund nimmst. Das regt defintiv zur Diskussion an und schafft Aufmerksamkeit für das Thema :)

  • Stefan 10.01.2017 um 12:07 Uhr

    Hallo Conni,

    als Schwuler habe ich mich auf meinen Reisen oft gefragt, wohin Lesben eigentlich reisen. An den typisch schwulen Orten findet man sie jedenfalls kaum, was ich immer ein Stück weit schade fand. Danke für deine Einblicke in die lesbische Reisewelt.

    Und übrigens: Neuseeland, eines deiner Länder in den „Super-Gay-friendly“ Orten, war für mich auch bisher das Highlight meines Lebens. Nicht nur, dass das Land einfach toll ist, wir hatten dort als schwules Paar nie irgendwelche Probleme, auch nicht in ländlichen Gegenden der Südinsel. So stelle ich mir Toleranz vor!

    Liebe Grüße,
    Stefan

  • Ben Diaz 12.01.2017 um 18:23 Uhr

    Hallo Conni, ich kann mich den anderen nur anschließen. Toller Artikel! Vor allem gibt es Lesben und Schwule den Mut sich nicht mehr zur verstecken. Keiner ist alleine :)

    Ich persönlich komme grade von meinem 5 monatigen Trip aus Ghana zurück. Afrika ist ja leider nicht unbedingt für seine Homofreundlichkeit bekannt. Dies gilt auch für Ghana. Wer beim Akt erwischt wird, läuft Gefahr im Gefängnis zu landen. Wer das nicht möchte, der muss hohe Geldstrafen zahlen um da wieder rauszukommen.

    Aus diesem Grund habe ich mich dort auch sehr bedeckt gehalten. Natürlich gibt es auch in Ghana Lesben und Schwule. Um diese zu treffen benötigt man eine gute Vorbereitung, Überwindung und eine gehörige Portion Mut.

    Liebe Grüße

    Ben

  • Adam 15.03.2017 um 21:53 Uhr

    Ich bin hier eher skeptisch… Aber Du hast Recht auf Deine eigene Meinung :)

  • Adam 26.03.2017 um 13:30 Uhr

    Hallo,
    ich finde ja die Intoleranz einiger Menschen echt einfach nur unter aller Sau! Ich bin zwar nicht homosexuell, aber ich bin der Meinung „leben und leben lassen“. Ich finde es sehr sehr gut das es Blogs wie diesen gibt, der eben auch irgendwo eine Hilfestellung für homosexuelle Paare bietet. Klasse!